Samstag, 13. Juni 2026
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Protest auf der Liege: ME/CFS-Patienten fordern Gehör

In Dresden und Leipzig demonstrieren ME/CFS-Betroffene liegend für Anerkennung und Unterstützung. Ihre Stimmen bleiben oft im Schatten des medizinischen Diskurses.

Von Jan Hoffmann13. Juni 2026, 19:501 Min Lesezeit

In Dresden und Leipzig haben kürzlich ME/CFS-Betroffene auf eindrucksvolle Weise auf ihre oft ignorierte Krankheit aufmerksam gemacht: Sie protestierten im Liegen. Die Krankheit, die sich durch extreme Erschöpfung und eine Vielzahl weiterer Symptome äußert, wird von der medizinischen Gemeinschaft häufig nicht ernst genommen. Die Aktion in den beiden Städten zielte darauf ab, die Öffentlichkeit auf das Leid und die Isolation einer Patientengruppe aufmerksam zu machen, die sich oft im Verborgenen befindet.

Die Protestierenden, viele selbst betroffen, wählten diese ungewöhnliche Form des Protests, um das Unverständnis, das ihnen entgegengebracht wird, symbolisch zu verdeutlichen. Während sie auf der Straße lagen, forderten sie mehr Forschungsförderung, eine bessere medizinische Ausbildung und vor allem die Anerkennung ihrer Krankheit als ernstzunehmende Erkrankung. In einer Gesellschaft, die oft die physischen Zeichen von Krankheit sichtbar macht, bleibt ME/CFS oft unsichtbar – ein Umstand, der sowohl frustrierend als auch erniedrigend ist. Die Bilder der demonstrierenden Patienten, die mit Schildern und Plakaten in der Hand auf dem Boden lagen, sprachen Bände und zogen die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich.

Die Diagnose ME/CFS ist nicht nur eine medizinische, sondern auch eine soziale Herausforderung. Patienten kämpfen nicht nur gegen die Symptome, sondern auch gegen das Unverständnis ihrer Umgebung. Oftmals wird die Krankheit als „Einbildung“ abgetan, was die betroffenen Personen zusätzlich belastet. Gerade deshalb ist es entscheidend, dass solche Aktionen stattfinden: Sie fordern nicht nur Rechte und Unterstützung, sondern auch Mitgefühl und Verständnis für eine oft vergessene Patientengruppe. Die Proteste in Dresden und Leipzig sind ein eindringlicher Appell, das Schweigen zu brechen und eine Diskussion über ME/CFS zu entfachen, die über die üblichen medizinischen Kreise hinausgeht.

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